Palm&Lotossäulen
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Des Sängers Fluch

Noch eine hohe Säule 
zeugt von verschwundener Pracht.....
Auch diese, schon geborsten, 
kann stürzen
 
über Nacht.

Ludwig Uhland

Palmsäulen

Die plastischen Darstellungen der Halbsäulen oder Mauerzungensäulen sind zusammengebundenen Matten aus Schilfstengeln, oder wie Forscher vermuteten auch aus Palmwedeln, nachempfunden. Sie hatten im Grabbezirk des Pharaos Djoser die Funktion den Mauervorsprung vor Beschädigung zu schützen.

Die Palmsäulen geben nicht die natürlich gewachsene Palme wieder, sondern imitieren nach außen geneigte Palmwedel, die mit Schnüren an einer Stange fixiert sind. Da sie häufig in den Totentempeln der Könige errichtet wurden, bringen Wissenschaftler sie mit dem Palmenhain in Buto, dem Bestattungsort der frühdynastischen Könige, in Verbindung. Palmsäulen wurden auch in privaten Grabanlagen aufgestellt und begrenzten als Umgang die unbedachten Höfe privater Wohnhäuser.

Lotossäulen

Lotossäulen zählen zu den Bündelsäulen, in deren Darstellung vier geschlossene, seltener geöffnete, Lotosblüten durch mehrfache Umschnürung zusammengebunden sind. Die hinter der fünffachen Umschnürung entstandenen Hohlräume zwischen den großen Blüten wurden mit Abbildungen von kurzen Lotosblüten ausgefüllt. Lotossäulen symbolisieren wahrscheinlich die Wiedergeburt beim Sonnenaufgang, daher wurden sie hauptsächlich in der Grabarchitektur des Alten und Mittleren Reiches, wie hier in Beni Hasan, verwendet.

Kompositkapitellsäulen

In der Perserzeit, vorwiegend aber während der Ptolemäer- und Römerzeit waren die Säulen mit dem Kompositkapitell, auch "Cyperussäule" genannt, ein weit verbreiteter Säulentypus in der Architektur. Der Kapitellform lag das einzelne glockenförmig geöffnete Papyruskapitell zugrunde, das in mehreren Etagen mit Palmzweigen, Weinblättern und Lotosblüten geschmückt wurde. Der Schaft der Säule zeigt zwischen zahlreichen horizontalen Inschriftenzeilen die für die Papyrussäule typischen drei Linien, das Relief eines einzelnen Papyrusstengels.