Priesterinnen
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Priesterinnen und Gottesgemahlinnen

Priesterinnen der Hathor

Bereits im Alten Reich trugen einige bekannte Frauen den Titel "Priesterin der Hathor". Weniger häufig gab es während dieser Zeit den Titel "Priesterin der Neith". Frauen erhielten gewöhnlich den Namenszusatz einer Göttin, seltener den eines Gottes. Ihr Aufgabengebiet umfasste das Dienen im Gottesharem und die Ausführung von Begräbnisritualen. In Verbindung mit ihrem Titel "Musikantin der Hathor" waren sie auch für das Musizieren verantwortlich. Die Ämter einer "Bekannten des Königs" und "Priesterin der Hathor" wurden am häufigsten verliehen. Es ist bekannt, dass es unter den Frauen der Oberschicht des Alten Reiches soziale Rangunterschiede gab. Frauen in sozial gehobener Stellung, wie Königsgemahlinnen oder Königsmütter erhielten eigene Grabanlagen. Alle anderen Frauen der Oberschicht erhielten einen Platz im Grab ihres Ehemannes. Frauen in sozial gehobener Stellung, wie die Gattinnen der mit der Verwaltung des Staates betrauten Königssöhne, bekleideten das Amt der "Hofdame". Den höchsten Rang hatten zweifellos die Frauen inne, die sich als "Königstochter" bezeichneten. Interessant dabei ist, dass nur eine Frau diesen Titel verliehen bekam, weil sie von Geburt an tatsächlich die Tochter eines Königs war.

Ein bestimmtes Attribut zeichnete eine Frau als Priesterin aus. Bei diesem Attribut handelt es sich um das Sistrum, ein rasselähnliches Instrument, bestehend aus einem Klangkörper und einem langen Handgriff.

 

Gemeinsam am Opfertisch sitzt das Ehepaar Nikaure und Ihat, die den Titel "Priesterin der Hathor" trug. Dieses Relief ist im oberen Bereich, dem "Fenster", einer Scheintür in der Grabanlage des "Richters und Vorstehers der Boten des Großen Palastes" namens Nikaure angebracht.

Die Titel der Frauen "Priesterin der Hathor" oder "Priesterin der Neith" sind vom Alten Reich bis in die Spätzeit hinein belegt. Ab dem Neuen Reich jedoch isolierte sich die Priesterschaft zusehends, da sich das Aufgabengebiet spezialisierte und einfache Priesterinnen vom Priesterdienst ausgeschlossen wurden. In der 22. Dynastie trugen nur noch sehr wenige Priesterinnen den etwas veränderten Titel "Priesterin der Mut, unter der Aufsicht der Schreiber der Priesterinnen der Mut". Nur noch zwei Priesterinnen führten den Namen "Zweiter Prophet", wovon eine der beiden ihren Dienst für die Göttin Mut ausübte und die andere für den Gott Amun tätig war. Immer häufiger traten die Gottesgemahlinnen in den Vordergrund.

Gottesgemahlinnen

Die traditionelle Haltung und Kleidung der Gottesgemahlinnen leitet sich von der Ikonographie der Königinnen des Neuen Reiches ab. Eine aufwendige Löckchenperücke fällt in dichten Strähnen auf Schultern und Rücken herab und wird von einer Geierhaube bedeckt. Über der Stirn erheben sich zwei Uräusschlangen. Bekrönt wird die Gottesgemahlin von einem Uräusdiadem, auch Polos genannt, das als Untersatz für die Hathorkrone diente. In der Hand hält sie das über ihrer Brust abknickende Pflanzenemblem.