Gold der Pharaonen
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Das Gold der Pharaonen

Gold ist das Metall aus dem im Alten Ägypten Schmuckstücke und großartige Götterbilder hergestellt wurden. Sein "Geldwert" spielte dabei keine sehr große Rolle, sondern es gewann seine Bedeutung eher wegen seiner religiösen und symbolischen Kräfte. Da Gold nicht zerstörbar und vergänglich war, nicht anlief und nicht oxydierte, wurde es zum Symbol des Überlebens und der Ewigkeit erhoben. Ägypten verfügte über zahlreiche in der Ostwüste liegende Goldvorkommen. Ägyptischen Quellen zufolge gab es drei Goldminen: in Koptos, Wawat und Kusch. Die Texte enthalten aber noch eine Reihe weiterer Herkunftsangaben, darunter das Gold aus den südlichen Ländern Gottesland und Punt, Kriegsbeute und Tribute aus Syrien und Geschenke der Könige aus Babylon.  
Die Stadt Nechen in Oberägypten verehrte schon in der Frühzeit Horus in der Gestalt eines Falken. In der 6. Dynastie wurde sein Abbild erstmals aus Gold hergestellt und gilt somit als eines der frühesten uns erhaltenen Werke der Goldschmiedekunst.

Der aus getriebenem Goldblech gefertigte Kopf des Horus trägt ein Uräusdiadem und die doppelte Federkrone. Der Schnabel wurde angelötet und die Augen mit einem durchgehenden  und an den Enden abgerundeten Obsidianstab eingelegt.

Der Thron des Tutanchamun wurde aus Holz gefertigt und mit Blattgold, Glasintarsien und Halbedelsteinen verziert. Die Armlehnen haben die Form geflügelter Schlangen und zwei Löwenköpfe an den Ecken der Sitzfläche sollen den König schützen. Eine Szene aus dem Leben des Königs verziert die prächtige Rückenlehne des Thrones. Der König sitzt entspannt auf einem gepolsterten Stuhl. Seine Gattin Anchesenamun steht vor ihm. Die Perücken der beiden sind mit blauem Glas eingelegt und die silbernen Gewänder mit Halbedelsteinen geschmückt.
Tutanchamun starb im Alter von 19 Jahren und wurde wie die Könige und Königinnen des Neuen Reiches im Tal der Könige bestattet. Als Lord Carnarvon und Howard Carter am 24.11.1922 das Grab eröffneten, fanden sie den bedeutendsten ägyptischen Gräberfund. Die Mumie Tutanchamuns lag in einem Sarg aus massivem Gold in zwei weiteren sich umschließenden Holzsärgen mit Gold, Halbedelsteinen und Glasverzierungen. Alle drei Särge waren nochmals von einem Quarzit-Sarkophag mit Granitdeckel umgeben.

Die Göttin Selket ist eine der vier Göttinnen, die im Grab des Tutanchamun mit ausgebreiteten Armen den vergoldeten hölzernen Kanopenschrein schützen sollten.

Im Kanopenschrein wurde der Kanopenkasten abgestellt, der wiederum die vier Kanopenkrüge mit den Eingeweiden des Königs enthielt. Die Organe Leber, Magen, Lunge und Darm wurden getrennt von der Mumie bestattet und unter den Schutz von Iris, Nephthys, Neith und Selket gestellt.
Erst im Neuen Reich wurden vermehrt Ohrringe von Männern, Frauen, Jungen und Mädchen gleichermaßen als Schmuck getragen.

Echnaton führte in der Königsplastik den Brauch ein, für Ohrgehänge die Ohrläppchen zu durchstechen.
Gold lagert in seinem natürlichen Zustand als Berggold im Quarz ein oder liegt als Waschgold an der Erdoberfläche. Besonders geschätzt wurde das 'Elektrum', eine Goldart mit hohem Silberanteil. Beamte, wie der Königssohn von Kusch, der Vorsteher der Goldländer oder der Schatzhausvorsteher wurden mit der Kontrolle der Goldminen betraut. Goldschmiede fertigten aus dem geförderten Gold Diademe, Ohrringe, Halsschmuck, Pektorale, Anhänger, Amulette, Ringe , Finger- und Zehenhülsen, Gürtel, Prunkwaffen, Statuen, Mumienmasken und Särge. In Form von Ringen diente das Gold auch als Zahlungsmittel. Gegen Ende der 19. Dynastie konnte Gold nur noch mit großer Anstrengung gefördert werden und zu Beginn der 20. Dynastie waren die Goldminen in Koptos erschöpft.