Pyramiden
Home Nach oben Literaturverzeichnis Medien Gott Pharaonen&Geschichte Rundplastik Gold der Pharaonen Ärzte Medizin Mumien Säulen Schrift Priesterinnen

 

Nach oben

Pyramiden

Die Entwicklung der Pyramidenform geht auf die großen Ziegelmastabas der Frühzeit in Saqqara-Nord zurück, deren bauliche Kriterien als Vorstufe der Pyramiden gesehen werden. Bei diesen Mastabas handelt es sich um einen rechteckigen Grabtypus über einer zentral gelegenen tiefen Grabgrube mit einer flachen Balkendecke.

 

Die erste Stufenpyramide

Mit dem Grabbezirk des Pharaos Djoser begann in der 3. Dynastie ein neuer Abschnitt in der Baugeschichte der Grabanlagen. Djoser ließ erstmals das Grabmonument für die Ewigkeit dauerhaft in Stein umsetzen. Bis zur Fertigstellung der Stufenpyramide waren mehrere Bauphasen nötig. Djoser betraute seinen Baumeister Imhotep mit der Aufgabe, eine Mastaba mit quadratischem Grundriss (63x63m, 8,40m hoch) zu errichten und sie mit Tura-Kalkstein zu verkleiden. Das Grab des Königs selbst lag in einem 28m tiefen Schacht unter der Mastaba. Eine weitere, nur 3m hohe Verkleidungsschicht sollte die Mastaba auf 71,50m vergrößern und sie somit als erste Stufenmastaba fertigstellen. An ihrer Ostseite wurde aber schon bald eine weitere Mastaba angebaut und im Anschluß daran die Baumaßnahmen im umliegenden Grabbezirk vorgenommen. Als der Grabbezirk nahezu vollendet war, ließ Djoser erneut eine große bauliche Veränderung an der Stufenmastaba vornehmen: 



Der Grabbezirk des Djoser in Saqqara

Auf die angebaute Mastaba errichtete er weitere 4 Stufen und ließ eine neue Verkleidung um das gesamte Bauwerk legen. Die erste Stufenpyramide war geschaffen. Doch auch diese neue vierstufige Pyramide wurde bald wieder verändert, denn Djoser ließ sie nochmals um 2 weitere Stufen erhöhen und mit einem neuen Anbau den Totentempel im Norden überdecken. 
Mit der letzten umfassenden Verkleidung war die Pyramide mit ihren Seitenlängen 109,20x121m und einer Höhe von 60m endgültig fertig.

 

Die frühen Pyramiden

Die Pyramide von Meidum ist nicht nur die südlichste Grabpyramide des Alten Reiches, sondern auch ein Bau, an dem der Übergang von einer Stufenpyramide zu einer echten Pyramide zu sehen ist. Erbauer dieser ersten echten Pyramide war Snofru, der 1. König der 4. Dynastie. 
Der Grundriss des Grabbezirkes wurde nicht mehr, wie zuvor, rechteckig, sondern quadratisch angelegt und der Eingang im oberen Bereich der Nordwand der Pyramide eingearbeitet. Die Grabkammer, die bis zu dieser Zeit 20m oder mehr unter der Pyramide lag, erhielt ihren neuen Standort im Niveau der Pyramidengrundfläche. 



Die Stufenpyramide von Meidum

Etwa 2 bis 3 Stufen bildeten den Kern der ersten echten Pyramide. In der folgenden Bauphase wurde sie mit mehreren Schalen im 75° Neigungswinkel zu einer 7stufigen Pyramide erweitert. Nach Vollendung dieser ersten Pyramidenform ließ Snofru sie auf acht Stufen erhöhen und mit Tura-Kalkstein verkleiden. Erst einige Zeit später wurden die Stufen und ihre Verkleidung aufgefüllt, wodurch die echte Pyramide einen Böschungswinkel von 51°52' und ein Grundbodenmaß von 144,32x144,32m aufwies. 

 


Die Knickpyramide von Dahschur

Erst die sogenannte Knickpyramide  wurde eine echte geometrisch geplante Pyramide. Sie wurde mit einer Seitenlänge von 188,60m und einem Böschungswinkel von 54°31'13'' begonnen und hätte damit eine Höhe von 132m erreicht. Jedoch zeigten sich an der Außen- und Innenwand der Pyramide Risse, die den Weiterbau nach 49,07m unterbrachen. Die Baumeister waren gezwungen den Winkel erneut zu berechnen.
Die Pyramide wurde mit einem flacheren Winkel von 43°21' bis zu einer Höhe von 105,07m vollendet. Ungewöhnlich an dieser Knickpyramide ist auch ihr besonderes Gangsystem. 
Ein im Querschnitt quadratischer Gang führt fast 80m durch das Mauerwerk der Pyramide und endet in einem Vorraum, dessen Decke ein Kraggewölbe ist und 12,60m Höhe erreicht. Dahinter liegt die Grabkammer, die ebenfalls mit einem Kraggewölbe abschließt. Südlich der Knickpyramide wurde eine Kultpyramide, ebenfalls mit einem Gangsystem, errichtet. Sie diente möglicherweise der Bestattung einer Statue des Königs. Pharao Cheops  war von dem nach 5 Metern galerieartig aufsteigenden Gang so beeindruckt, dass er ihn in der großen Galerie seiner Pyramide nachbauen ließ. 


Die Grabkammer der roten Pyramide von Dahschur

König Snofru fand Gefallen am Pyramidenbau, denn ihm wird noch eine dritte Pyramide zugeschrieben. Es ist die nach der Farbe ihres Baumaterials, dem örtlichen Kalksandstein, benannte "Rote Pyramide". Sie ist mit ihrer Seitenlänge von 219,28m und einem Neigungswinkel mit 43° 36'11'' sehr flach und 104,42m hoch. Der Neigungswinkel entspricht dem oberen Abschnitt der Knickpyramide. Das Kammersystem dieser Pyramide übertrifft die Gänge und Kraggewölbe an Perfektionierung. Die Grabkammer (Photo oben) von 14,67m Höhe ist mit diesem perfekt versetzten Kraggewölbe überdeckt.


Drei Höhepunkte unter den Pyramiden


Giganten am Horizont

Während der 4. Dynastie ließen die Könige Cheops, Chephren und Mykerinos die drei Pyramiden von Giza erbauen. 

Aus südwestlicher Blickrichtung stehen die Pyramiden hintereinander und zeigen auf diese Weise deutlich deren gleiche Ausrichtung. Die von Cheops errichtete Pyramide im Hintergrund ist die Größte des Pyramidenfeldes, wirkt in den meisten Abbildungen jedoch kleiner, da die in der Mitte stehende Pyramide des Chephren auf einer natürlichen, felsigen Anhöhe errichtet wurde. Im Vordergrund ist die Pyramide des Mykerinos zu sehen, sowie die sehr viel kleineren Stufenpyramiden der Königinnen.

Die Cheops-Pyramide zählt als eines der sieben Weltwunder und gibt den Forschern auch heute noch Rätsel über ihre Baugeschichte auf. Cheops verlegte den Bau seiner Pyramide in das nördlicher gelegene Giza, weil der dortige Fels einen besseren Untergrund bot, als in Dahschur, dem Standort der Roten Pyramide seines Vaters Snofru. Die Blöcke der Cheops-Pyramide wurden ohne Mörtel kompakt, nach innen versetzt und in horizontalen Lagen aufeinander gelegt. Ihre Seitenlängen betragen 230m und bei einem Neigungswinkel von 51°50' wurde die Pyramide 146,59m hoch. 
Im Jahre 1954 wurden zwei Barken des Königs Cheops am Fuße seiner Pyramide entdeckt. Die Schiffe waren entweder komplett oder in Einzelteilen zerlegt in separaten Gruben untergebracht. Eines von ihnen ist inzwischen im Museum an der Südwand der Pyramide ausgestellt.

Pyramidentexte

Mit König Unas endete die 5. Dynastie. Seine Pyramide errichtete er in Saqqara, südlich der Stufenpyramide des Djoser und überdeckte mit ihr teilweise das zur Zeit des Unas bereits vergessene Königsgrab des Hetepsechemui, der dort in der 2. Dynastie einen Königsfriedhof gründete. Die in Stufen und Schalen gebaute und heute sehr verfallene Pyramide des Unas wurde mit nur 57,75m, einem Böschungswinkel von 56° und einer Höhe von 42m die kleinste Pyramide des Alten Reiches. Ihr Gangsystem und die Innenräume sind noch gut erhalten. 

Erste Pyramidentexte in der Grabkammer des Unas

An der Westwand der Sargkammer  steht der polierte Basaltsarg, dessen Deckel zerbrochen neben dem Ausgang liegt. Die Dachschrägen des Satteldaches sind mit blauen Sternen verziert. Erstmals führte Unas die Sitte ein, Vorraum und Grabkammer mit "Pyramidentexten" zu beschriften. Die in vertieftem Relief in den Kalkstein gemeißelten und mit blauer Farbe ausgemalten Hieroglyphen beschreiben die Jenseitsvorstellungen aus dem Alten Ägypten und zählen heute zu den ältesten Überlieferungen.

 

Pyramiden der Kuschitenzeit

Die 8,0x8,0m großen, symbolischen Ziegelpyramiden über den thebanischen Privatgräbern des Neuen Reiches von Dra-Abu-l-Naga bei Theben waren Vorbilder für die Gräber der nubischen Könige. Diese mit einem Böschungswinkel von 65° spitzen Grabpyramiden haben den nubischen Eroberer Pianchi (auch Pije) angeregt, den Pyramidenbau in seiner Heimat auf den Friedhöfen von El-Kurru, Gebel Barkal, Nuri und Meroe einzuführen. Die zahlreichen nubischen Pyramiden unterscheiden sich jedoch von den ägyptischen Pyramiden des Neuen Reiches, denn sie sind mit 30x30m größer und mit einem 70° Neigungswinkel auch steiler gebaut. Unter einem äußeren Mantel aus Steinlagen verbergen sich, im Gegensatz zu den großen Pyramiden des Alten Reiches, Füllungen aus Schotter, Steinschutt und Mörtel. Wie bei den thebanischen Gräbern des Neuen Reiches wurde der Grabschacht tief in den Fels unter der Pyramide und ohne bauliche Verbindung mit ihr eingelassen.

Der Pyramidenfriedhof von Nuri